Enttäuschung am Nachthimmel, Belohnung am Morgen
Deutschland: Wolken vermasseln die Mondfinsternis – dafür entschädigt ein atemberaubender Sonnenaufgang (ON TAPE!) – Timelapse, O-Ton Astronomie-Experte und Fotograf nachts auf dem Aussichtsturm verfügbar (Mond ON Tape!)
Mond über „Tropical Island“ - Fotografen und Schaulustige harren die halbe Nacht auf dem Aussichtsturm aus, doch der Mond zeigt sich nur in Sekunden-Fenstern – zum Sonnenaufgang reißt der Himmel auf
Zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis vom 12. August stand in den frühen Morgenstunden des 28. August die zweite Finsternis binnen 14 Tagen über Deutschland – anders als beim ersten Ereignis ohne jedes Risiko für die Augen. Doch wer sich dafür den Wecker gestellt hatte, brauchte vor allem eines: Geduld.
Der Ablauf im Überblick: Um 3.23 Uhr trat der Mond in den Halbschatten der Erde ein, um 4.34 Uhr begann die eigentliche partielle Finsternis. Das Maximum lag um 6.12 Uhr, ab etwa 6.20 Uhr ging der Mond vielerorts unter. Auf dem Höhepunkt waren mehr als 90 Prozent der Mondscheibe vom Kernschatten der Erde bedeckt – zu diesem Zeitpunkt hatte die Morgendämmerung bereits eingesetzt.
Das Wetter machte den Beobachtern allerdings einen Strich durch die Rechnung: Über weiten Teilen Deutschlands war der Himmel bewölkt. Nur ab und zu riss die Wolkendecke auf und gab für wenige Augenblicke den Blick auf den Mond frei – von der Verfinsterung selbst war kaum etwas zu erkennen.
Belohnt wurden die Frühaufsteher am Ende trotzdem: Pünktlich zum Sonnenaufgang klarte es auf und tauchte den Himmel in kräftige Rot- und Orangetöne. Wer wegen der Finsternis gekommen war, blieb wegen der Morgenstimmung – und richtete die Kameras kurzerhand in die andere Richtung.
Eine Schutzbrille war zur Beobachtung ohnehin nicht nötig. Eine Mondfinsternis lässt sich – anders als eine Sonnenfinsternis – gefahrlos mit bloßem Auge verfolgen. Ein Fernglas oder kleines Teleskop hätte die Schattengrenze auf der Mondoberfläche besonders deutlich gezeigt.