Flugzeugabsturz Hahnweide: Motor setzte aus, Co-Pilot im Wrack verbrannt, Pilot schwer verletzt
Am Montagnachmittag stürzte ein zweisitziges Motorkunstflugzeug unmittelbar nach dem Start in ein Waldstück an der Hahnweide ab. Der 56-jährige Copilot kam dabei ums Leben. Der 24-jährige Pilot wurde schwerverletzt mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.
Offenbar hatte der 24-jährige Pilot beim Einsetzen der Motorstörung noch versucht umzukehren und die Landebahn zu erreichen. Der Absturzort befindet sich nur wenige hundert Meter von der Start- und Landebahn entfernt.
An der vollständig ausgebrannten roten Kunstflugmaschine der Marke Extra entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 250 000 Euro. Der Absturzort wurde weiträumig abgesperrt. Ein Sachverständiger der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat die Ermittlungen nach der Unfallursache aufgenommen. Die Feuerwehr Kirchheim war mit 5 Fahrzeugen und 27 Einsatzkräften an der Unglücksstelle im Einsatz.
Detailierter:
Am 30. April 2012 kam Klaus Lenhart, der Gründer und Chef des Skistock- und Trekkingstock-Herstellers Leki und mehrfacher deutscher Meister im Motorkunstflug, bei einem Flugzeugabsturz an der Hahnweide bei Kirchheim/Teck ums Leben. So hat es sich nach dem Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) zugetragen:
Gestartet ist die Maschine – eine zweisitzige Kunstflugmaschine vom Typ Extra 300 L – am späten Nachmittag gegen 16.44 Uhr zu einem Übungs- bzw. Einweisungsflug. An Bord waren Lenhart und ein 24-jähriger Pilot. Lenhart, ein extrem erfahrener Kunstflieger (über 4.000 Starts, mehr als 3.400 Flugstunden), saß vorne; hinten saß der jüngere Pilot, der zwar reichlich Segelflugerfahrung, aber vergleichsweise wenig Motorflugpraxis hatte und zum ersten Mal auf diesem Muster an den hinteren Steuern saß.
Nach einem zunächst normalen Steigflug hörten Zeugen einen lauten Knall. Die Maschine verlor an Höhe, sank bis auf etwa 30 Meter über die Baumwipfel ab und stürzte schließlich in ein Waldstück rund einen Kilometer außerhalb des Flugplatzgeländes. Beim Aufprall geriet das Wrack in Brand. Lenhart starb; der 24-Jährige überlebte.
Als wahrscheinliche Ursache nannte die BFU einen Verlust der Triebwerksleistung im Verlauf des Steigflugs, der zu den Baumberührungen und zum Absturz führte. Als begünstigende Faktoren wurden eine unzureichende Vorbereitung des Einweisungsflugs und eine unklare Aufgabenverteilung im Cockpit angeführt. Bemerkenswert: Der überlebende Pilot gab einen totalen Triebwerksausfall in 150–200 Metern Höhe an, während die Auswertung des Wracks darauf hindeutete, dass der Motor beim Aufprall noch unter Last lief. Das Strafverfahren wurde 2014 mit einer Geldbuße abgeschlossen; die genaue Absturzursache blieb letztlich in Teilen ungeklärt.
Ein Hinweis zur Einordnung: In einigen Schlagzeilen von damals ist von einem gestorbenen „Co-Piloten" die Rede, was zu Verwirrung führen kann. Nach dem BFU-Bericht ist aber der prominente Klaus Lenhart selbst (vorne sitzend) tödlich verunglückt, der jüngere Pilot überlebte.
Wir von 7aktuell sprechen den Angehörigen des verstorbenen Co-Piloten und den Mitarbeitern seiner auch weltweit bekannten Firma in dieser schweren Stunde unser tief empfundenes Mitgefühl aus.