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Rettung · Graben-Neudorf · · 3 Min

Nächtlicher Abflug in Lüftungsschacht von Schule: Pärchen wollte Sterne gucken gehen und klettern auf Neubau - 20-Jähriger versucht dann über Lüftungsschacht in Gebäude zu kommen und stürzt 6m tief - Aufwendige Rettungsaktion

GRABEN-NEUDORF: Ein romantischer Abend endet in einer aufwendigen Rettungsaktion. Offenbar wollte wohl das junge Pärchen, beide 20 Jahre, gegen 2 Uhr die Sterne beobachten gehen. Sie kletterten auf das Schuldach des Neubaus der Pestalozzischule. Über das Baugerüst gelang das auch schnell - Aber ist trotzdem illegal. Nach kurzer Zeit war jedoch auch schon die Idee mit den Sternen wohl langweilig. Somit entschlossen die beiden wohl in das Innere des Neubaus zu gelangen. Der junge 20-Jährige Mann kam offenbar daraufhin auf die Idee, über die Lüftungsanlage auf dem Dach einzubrechen. Über eine unverschlossene Tür des Lüftungsschachts konnte man den Schacht betreten. Das Pärchen krabbelte hinein, der Mann voraus. Plötzlich stürzte er ab, fiel sechs Meter tief den Schacht hinab und verkeilte sich in einer 90-Grad Kurve. Verzweifelt und panisch versuchte die Freundin ihren Freund zu retten, mit einem Bettlaken gelang dies aber auch nicht. Beim Rettungsversuch verletzte sie sich am Bein. Daraufhin alarmierte sie die Rettungskräfte. Mit einer Drehleiter wurde dann versucht, sich Zugang zu dem festgesteckten Mann zu verschaffen. Höhenretter konnten ihn erreichen, jedoch nicht Retten. Per Klopfen konnten die Retter den Mann im zweiten Stock des Neubaus orten und die Wand des Rohbaus durchschlagen. Den Lüftungsschacht konnten sie aufschrauben und den hilflosen jungen Mann retten. Beide Personen kamen leicht verletzt in eine Klinik. Auf sie kommt vermutlich jedoch jetzt eine Anzeige für den Leichtsinn dazu wegen Einbruch. (red. Simon Adomat)

Pressebericht der Feuerwehr LK KA:

Graben-Neudorf (ots) - Ein leichtsinniger und nicht legaler Ausflug zweier Jugendlicher endete in der Nacht auf Mittwoch auf dem Schuldach der Pestalozzischule in Graben-Neudorf in einer dramatischen und stundenlangen Rettungsaktion durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr.

Die Feuerwehren aus Graben-Neudorf und Linkenheim-Hochstetten wurden um kurz nach 2 Uhr zu einer Personenrettung in der Nacht auf Mittwoch an die Pestalozzi-Gemeinschaftsschule nach Graben-Neudorf alarmiert.

Ein augenscheinlich junges Pärchen (beide 20 Jahre alt) kletterten über das aufgrund von Sanierungsarbeiten am Schulgelände aufgestellte Baugerüst, auf das Dach der Pestalozzischule. Dort wollten sie angeblich ein paar romantische Stunden verbringen und die Sterne beobachten. Doch schon kurze Zeit später, kamen die Jugendlichen offenbar auf die Idee, sich durch den Lüftungsschacht einen Zugang zum Gebäude zu verschaffen.

Bereits nach wenigen Metern im Schacht, rutschte der 20-Jährige ab und stürzte etwa 6 Meter tief in den Lüftungsschacht. Nachdem die ersten Rettungsversuche durch die 20-Jährige Begleiterin mit Hilfe eines Bettlakens scheiterten, verständigten sie den Notruf.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehren Graben-Neudorf und Linkenheim-Hochstetten rückten daraufhin an und verschafften sich mit der Drehleiter einen Zugang auf das Schuldach. Während die 20-Jährige mit einer leichten Verletzung am Bein, nach unten transportiert und dem Rettungsdienst übergeben werden konnte, demontierten die Feuerwehrkräfte auf dem Dach den Schachtdeckel und verschafften sich einen Zugang zum, im Lüftungsschacht steckenden jungen Mann. Parallel hierzu wurde im Inneren des Schulgebäudes die Leichtbauwand an der entsprechenden Stelle entfernt um von Innen ebenfalls einen Zugang zum Patienten schaffen zu können.

Da schnell klar wurde, dass der 20-Jährige mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht gerettet werden konnte, wurde durch den Einsatzleiter die Höhenrettungsgruppe des Stadt- und Landkreises Karlsruhe nachgefordert.

Die Höhenretter, bestehend aus Einheiten der Berufsfeuerwehr Karlsruhe und der Werkfeuerwehr KIT Karlsruhe, ließen daraufhin eine Einsatzkraft kopfüber in den Schacht und konnten den 20-Jährigen schließlich befreien. Er wurde mit dem Rettungswagen in eine Klinik transportiert.

Durch die Befreiungsaktion musste am Gebäude und am Lüftungsschacht ein erheblicher Schaden zugefügt werden, welcher sich den ersten Schätzungen zu Folge auf 10.000 Euro belaufen wird. Die Polizei hat die Ermittlungen gegen die beiden 20-Jährigen aufgenommen.

Die Feuerwehr war bis in die Morgenstunden mit den Wehren aus Graben-Neudorf, Linkenheim-Hochstetten und der Höhenrettungsgruppe des Stadt- und Landkreises Karlsruhe, mit insgesamt 50 Einsatzkräften unter der Leitung des Einsatzleiters Horst Blank im Einsatz. Auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Werner Rüssel und der Bürgermeister der Gemeinde Graben-Neudorf Christian Eheim machten sich in der Nacht vor Ort ein Bild der Lage.

Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagen, einem Notarzt und der DRK Bereitschaft SEG Nord - Verpflegungsgruppe mit 10 Kräften vor Ort. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagenbesatzungen im Einsatz.

Rückfragen von Medienvertretern bitte an:
Kreisfeuerwehrverband Landkreis Karlsruhe
Pressesprecher
Fabian Geier
Telefon: 0721 / 936 840 40
E-Mail: feuerwehr.pressestelle.kfvka1@gmx.de
Internet: http://www.kfv-ka.de

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